Schatzkammer

Das Staatsweingut Kloster Eberbach gehört mit 172 Hektar zu den größten Weingütern Deutschlands. Seine Schatzkammer birgt Raritäten. Der älteste Wein stammt aus dem Jahr 1706. Hinter den großen Eisengittern, die den hinteren Teil des Hospitalkellers verschließen, erstreckt sich ein hohes Gewölbe, bis zur Decke hinauf Flaschen, Flaschen, Flaschen. Manche sind blank, andere dick von Spinnweben überkrustet – und es sind viele. Wie viele genau, will die Geschäftsführerin aus Sicherheitsgründen nicht sagen: „Das ist eines der am besten gehüteten Geheimnisse“, sagt sie schmunzelnd: „Hier lagert unser weinkulturelles Gedächtnis, auch für die Region.“ 

In der rechten Seitenwand des Hospitalkellers führt die Pforte mit den Eisengittern in die Schatzkammer, das Allerheiligste des Weinguts Kloster Eberbach. Die Tür öffnet sich nur zu besonderen Gelegenheiten, für Gäste der Hessischen Landesregierung etwa. Zur Schatzkammer wurde das Gewölbe erst in den 1960er Jahren, erbaut wurde es im frühen 19. Jahrhundert vom Herzog von Nassau, als Gärkeller. Davon kündet noch der schwarze Belag der Decke: „Cladosporium cellare“. Der „Schwarze Kellerpilz“ lebt vom Alkohol allein und ist das Zeichen für das ideale Kellerklima von Luftfeuchtigkeit und Temperatur. Um die 13 Grad sind es hier dauerhaft, mit leichten Schwankungen zwischen Sommer und Winter, Der Pilz bröckelt mittlerweile. Nur ganz, ganz selten machen sie hier eine der alten Flaschen auf, meist erst nach rund 40 Jahren, wenn die Weine umgelagert und die Korken erneuert werden. Was solch alten Weine Wert sind, will die Geschäftsführerin nicht sagen. Ein 1917er erzielte einmal bei einer Versteigerung 14000 Euro, es war ein Wein aus dem Geburtsjahrgang John F. Kennedys, und als der amerikanische Präsident 1963 in Wiesbaden zu Besuch weilte, bekam er einen der Weine als Geschenk. Viele der Weine hier erzählen Geschichte, wurden zu Krönungen von Monarchen kredenzt, im Zarenpalast getrunken, bei Nobelpreisverleihungen serviert. Ein 1957er Rotwein vom Assmannshäuser Höllenberg wurde zur 50-Jahr-Feier der Römischen Verträge in der EU kredenzt, und als Queen Elisabeth zu Besuch kam, wurde ihr ein Weißwein des Jahrgangs 1953 serviert – es war ihr Krönungsjahr. Neben der Schatzkammer eines Weinguts in Burgund „dürfte das hier die größte Schatzkammer eines Weinguts weltweit sein“. Zweimal wurde die Schatzkammer evakuiert, einmal 1866, als der Herzog von Nassau vor den Preußen floh, und einmal 1920, als die Franzosen nach dem Ersten Weltkrieg das Rheinland besetzten. Die Bestände vor 1866 sind deshalb sehr rar, und auch zwischen 1920 und 1922 gibt es Lücken. Ab 1890 sind die Weinjahrgänge indes nahezu lückenlos erhalten, jedes Jahr werden hier 120 der besten Weine des jeweiligen Jahrgangs eingelagert. 

Ein 1926 Assmannshäuser Höllenberg Spätburgunder - eine Benefizwein aus der Schatzkammer weckte die Begehrlichkeit des Protagonisten Konstantin Wassilijew

One-Billion-Dollar-Keller

Es gibt sie wirklich, diese Keller, in denen Milliarden schwere Weinbestände eingelagert sind! 

Der größte, "öffentliche" Weinkeller liegt in Moldawien. Zwischen Tausenden von Fässern und Millionen von Flaschen in labyrinthartigen Gängen wurden hier schon Chruschtschow, Zemin und Samaranch abgefüllt. Auch lagert dort der Weinschatz von Hermann Göring, den die Russen 1947 hierher brachten.

Im südenglischen Corsham, unweit des historischen Städtchens Bath, betreibt die Londoner Company Octavian Wine Services Ltd. ein stillgelegtes Bergwerk als Weinverlies. The Corsham Cellars beherbergen die wohl wertvollste Weinsammlung der Welt: Neun Millionen Flaschen im Wert von rund 1,2 Milliarden Euro liegen dort gut versteckt, weitgehend anonym und allerbestens gesichert.

Mehr dazu gerne hier :
https://www.spiegel.de/.../groesster-weinkeller-der-welt... und
https://magazin.wein.plus/unterwegs-im-bergwerk-der-spitzenweine-wertvollste-weinsammlung-der-welt?ch=fb&s=09  
 

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